"Wir haben alle Möglichkeiten, zu gewinnen"

Auch dieses Mal ist unsere Bundesliga-Vorschau kunterbunt gemischt. Vom Trainer-Debüt, über den Abstiegskampf bis hin zum Topspiel. Es ist alles dabei!

 

Von Markus Schulze 

 

 

1. FC Nürnberg - Eintracht Braunschweig (Sa, 15.30 Uhr)

 

Für Eintracht Braunschweig steht der nächste Abstiegskracher an. Am 22. Spieltag geht es ins Frankenland zum 1. FC Nürnberg.

 

Beim „Club“ läuft es in der Rückrunde bislang fantastisch. Mit drei Siegen aus vier Spielen belegen die Nürnberger in der Rückrundentabelle den vierten Platz. Nur die Top-Teams aus München, Dortmund und Gelsenkirchen liegen vor den Nürnbergern. Die Belohnung für den Leistungsanstieg folgte auch prompt. Zum ersten Mal seit dem dritten Spieltag verließ Nürnberg letzte Woche die Abstiegsränge.

 

Die verbesserte Defensivleistung der Franken trug dazu einen maßgeblichen Anteil bei. Drei der letzten fünf Begegnungen konnte Keeper Raphael Schäfer ohne Gegentreffer überstehen. Wenn man dazu noch einen Stürmer wie Josip Drmic in den eigenen Reihen hat, sind Tore vorprogrammiert. Der Schweizer trifft in den letzten Wochen nach Belieben. Insgesamt erzielte er elf der 25 Nürnberger Treffer – eine herausragende Quote!

 

Auch personell sieht es beim „Club“ wieder ein bisschen besser aus. Mike Frantz und Makoto Hasebe kehren in den Kader zurück. Bei Hanno Balitsch reicht es noch nicht. Ebenso bei Timothy Chandler und Daniel Ginczek, die noch an ihren langwierigen Verletzungen laborieren.

 

Von den Braunschweiger Herzen sind letzte Woche wohl etliche Steine gefallen. Mit dem 4:2-Erfolg gegen den Hamburger SV meldete sich die Eintracht wieder im Abstiegskampf zurück. Matchwinner war dabei Stürmer Dominick Kumbela, der nach seiner Einwechslung drei Treffer erzielen konnte. Heute hat Braunschweig sogar die Chance, die Rote Laterne abzugeben. Vorausgesetzt ist eine gleichzeitige Niederlage der Hamburger gegen Borussia Dortmund.

 

Auswärts hat sich die Mannschaft von Coach Torsten Lieberknecht allerdings alles andere als gefährlich erwiesen. Bisher konnten die Niedersachsen erst einen Dreier auf fremdem Geläuf holen – dies wird nur von Hannover 96 unterboten. Auch das letzte Gastspiel in Nürnberg im Jahre 1983 verlor man mit 2:4.

 

Karim Bellarabi, der gegen den HSV stark aufspielte, muss heute eine Gelbsperre absitzen. Auch hinter den Einsätzen von Torwart Daniel Davari (Schulterprobleme) und Omar Elabdellaoui (Leiste) stehen noch große Fragezeichen. Salim Khelefi fällt definitiv aus. Der Neuzugang beutelt sich noch mit einer Verletzung am Sprunggelenk rum.

 

Tipps der SSUT-Redakteure:
Markus Schulze (ms): 2:0

Sebastian Koch (seko): 1:1

Jan Geißler (jg): 2:0

Tobias Reith (tr): 3:0

 

 

Hamburger SV - Borussia Dortmund (Sa, 15.30 Uhr)

 

"Wir haben alle Möglichkeiten, zu Hause jeden Gegner zu schlagen" - Neu-Hamburg-Trainer Mirko Slomka gab sich im Vorfeld auf sein Trainer-Debüt optimistisch. Da trübte es auch nicht die Stimmung, dass mit Borussia Dortmund nicht unbedingt Laufkundschaft in der Imtech-Arena vorbeischauen wird. Die Borussia ist nach Schwierigkeiten vor Weihnachten optimal aus der Winterpause gestartet und dürfte scheinbar als turmhoher Favorit in das Traditionsduell gehen. 

 

Die größte Baustelle für Slomka stellt die dabei wackllige Defensive dar. Dreizehn Gegentore mussten die Hamburger in den letzten drei Spielen hinnehmen. Das macht einen Schnitt von über vier Gegentoren pro Spiel. Da verwundert es auch nicht, dass der HSV seit nunmehr drei Monaten auf einen Bundesligasieg wartet (zuletzt 3:1 gegen Hannover am 24.11.13).

 

Der 47-jährige Slomka ist dennoch der Meinung, dass ein Punktgewinn zum Einstand nicht unmöglich sei. "Wenn wir einen oder drei Punkte holen, ist es das Ergebnis harter Arbeit.", gab der ehemalige Schalke-Coach die Richtung vor, gestand allerdings auch ein: "Das Spiel ist nur eine Zwischenstation auf einem langen Weg." 

 

Derweil bangt die Borussia mal wieder um Stammkräfte. Der Einsatz von Marco Reus ist ebenso noch fraglich wie der von Mats Hummels. Immerhin kehrte Ilkay Gündogan ins Mannschaftstraining zurück, ein Einsatz in Hamburg kommt aber zu früh. 

 

Tipps der SSUT-Redakteure:
Markus Schulze (ms): 1:3

Sebastian Koch (seko): 0:2

Jan Geißler (jg): 0:3

Tobias Reith (tr): 0:1

 

 

VfL Wolfsburg - Bayer Leverkusen (Sa, 18.30 Uhr)

 

„Einmal ist keinmal.“ Das muss sich Bayer 04 Leverkusen letzte Woche gedacht haben und steht auch in dieser Woche wieder im Topspiel am Samstag. Dieses Mal gastiert die Werkself in Wolfsburg. Dort empfängt der Tabellenfünfte den Tabellenzweiten. Die Partie verspricht auf jeden Fall Tore – in 34 Aufeinandertreffen endete diese Begegnung nie torlos.

 

Hinter den Wölfen liegt das, wovon Felix Magath heute Nacht bestimmt geträumt hat – eine perfekte englische Woche. Nun gilt es den Schwung aus den Siegen gegen Mainz 05 (3:0), 1899 Hoffenheim (3:2) und Hertha BSC (2:1) in den Kampf um die internationalen Plätze mitzunehmen. Derzeit haben die Niedersachsen zwei Punkte Vorsprung auf Borussia Mönchengladbach. Schalke 04 ist bereits auf fünf Punkte weggezogen.

Coach Dieter Hecking kann wieder auf seinen Innenverteidiger Naldo zurückgreifen, dessen Gelbsperre abgelaufen ist. Bis auf Jan Polak (Sprunggelenk) und Vierinha (Kreuzbandriss) steht auch der Rest des Kaders zur Verfügung. Geht es nach der Statistik, können die Wölfe-Fans frohen Mutes ins Stadion gehen – die letzten drei Heimspiele gegen Leverkusen wurden allesamt gewonnen.

 

Alles andere als gut lief es in der letzten Woche bei Bayer 04 Leverkusen. Nach dem Sieg gegen Borussia Mönchengladbach ging gar nichts mehr bei der Mannschaft von Trainer Sami Hyypiä. Es folgten drei Pflichtspielniederlagen in Folge. Tiefpunkt war das 0:4 im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Paris Saint-Germain. Gegen die Franzosen ging man erschreckend mutlos in die Partie und erntete eine Menge Kritik. „Mir ist völlig unerklärlich, wie eine Mannschaft als Tabellenzweiter der Bundesliga mit so viel Respekt und so viel Angst in ein Achtelfinalhinspiel gehen kann."  fand Sky-Reporter Rolf „Rollo“ Fuhrmann im exklusiven SSUT-Interview unter der Woche harte Worte, und weiter: "Wir sind das von Leverkusen auf internationaler Ebene leider schon gewohnt. Dass es aber so schlimm wird, hätte ich nicht gedacht“.

 

Jetzt liegt es an der Mannschaft das Ruder wieder herumzureißen. Das weiß auch Bayer-Akteur Roberto Hilbert: „Jedem muss bewusst sein, wie richtungsweisend das Spiel ist." Wie richtig diese Aussage ist, beweist die aktuelle Tabellensituation. Bei einer Niederlage könnte der Fall auf Platz Vier folgen.

 

 

Tipps der SSUT-Redakteure:
Markus Schulze (ms): 3:1

Sebastian Koch (seko): 3:1

Jan Geißler (jg): 2:1
Tobias Reith (tr): 2:0

 

 

außerdem spielen am Wochenende:
FSV Mainz 05 - FC Schalke 0:0

Borussia Mönchengladbach - 1899 Hoffenheim (Sa, 15.30 Uhr)

VfB Stuttgart - Hertha BSC 

SC Freiburg - FC Augsburg

Eintracht Frankfurt - Werder Bremen (So, 15.30 Uhr)

Hannover 96 - FC Bayern München (So, 17.30 Uhr)

 

 

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