Ausblick auf den 21. Spieltag der Fußball-Bundesliga

Unsere heutige Vorschau steht fast komplett im Zeichen des Abstiegskampf. In Sinsheim und Braunschweig werden in der Konferenz die Weichen für die kommenden Wochen gestellt. Abgerundet wird der Spieltag vom Topspiel in Leverkusen. Dort empfängt die Werkself den aufstrebenden FC Schalke 04.

 

Von Markus Schulze

 

Im Topspiel am Samstagabend stehen sich Bayer 04 Leverkusen und der FC Schalke 04 gegenüber. Nach der bitteren Pokalpleite gegen den 1. FC Kaiserslautern steht für die Werkself dieses Aufeinandertreffen unter dem Motto Wiedergutmachung. Immerhin gilt es den zweiten Tabellenplatz zu verteidigen. Bei einer Niederlage würden die Königsblauen auf drei Punkte heranrutschen.

Für einen hätte dies ein besonderes Spiel werden können. Sidney Sam, derzeit noch in Farben von Bayer 04, wird in der kommenden Saison für den FC Schalke 04 auflaufen. Allerdings steht der Nationalspieler nicht im Kader. Leverkusens Trainer Sami Hyypiä begründete diese Entscheidung auf der Pressekonferenz, dass er nicht wolle, dass Sam gegen seinen zukünftigen Arbeitgeber spiele, der zudem ein direkter Konkurrent sei. Während Sam das Spiel von der Tribüne aus beobachten muss, feiert Stefan Kießling ein ganz besonderes Jubiläum. Er läuft heute zum 300. Mal in der Bundesliga auf. Mit einem Treffer könnte er nebenbei seinem Club zum 500. Bundesligasieg in der Vereinsgeschichte schießen.

Die Bilanz gibt Bayer 04 auf jeden Fall genügend Grund zur Hoffnung. Bei 29 Aufeinandertreffen in Leverkusen konnte man Schalke 04 satte 17 Mal schlagen. Dem stehen sechs Remis, sowie sechs Niederlagen gegenüber. Nicht mitwirken kann Eren Derdiyok. Für den Schweizer endete der Pokalabend doppelt bitter. Neben der Niederlage, zog er sich einen schmerzhaften Muskelfaserriss zu. Dazu fallen Robbie Kruse (Kreuzbandriss) und Stefan Reinartz (Fersenverletzung) aus.

Beim Kontrahenten vom FC Schalke 04 ist das Lazarett um einiges größer. Dennis Aogo und Marco Höger laborieren jeweils noch an einem Kreuzbandriss. Christian Clemens pausiert immer noch auf Grund einer Schambeinentzündung. Neuzugang Jan Kirchhoff macht immer noch der Syndesmoseriss aus dem Trainingslager in Katar zu schaffen. Neustes Mitglied im Krankenlager ist Atsuto Uchida. Der Japaner zog sich beim 2:0-Erfolg gegen Hannover 96 einen Muskelfaserriss zu. Derzeit steht sogar eine Operation in Japan im Raum.

Frohe Kunde gibt es aber bei Roman Neustädter zu verkünden, der nach seiner Knieprellung heute wieder zur Verfügung stehen wird. Auch Julian Draxler und Kapitän Benedikt Höwedes haben das Training wieder aufgenommen. Ob es jedoch für den Kader reicht, entscheidet Knappen-Coach Jens Keller kurzfristig.

Doch allzu sehr lässt man sich die gute Laune im Ruhrgebiet davon nicht verderben. Immerhin läuft es sportlich derzeit blendend beim aktuellen Tabellenvierten. Die Rückrunde starteten die Königsblauen famos und fuhren drei Siege ein. Man befindet sich nur noch zwei Punkte hinter dem Reviernachbar aus Dortmund. Der Vorsprung auf den fünften Tabellenplatz beträgt schon vier Punkte. Eine komfortable Situation, die man nach dem verkorksten Start in die Saison, so nicht unbedingt zu erwarten hatte.

Von der Leverkusener Pokalschmach will sich Keller nicht blenden lassen: „Klar werden sie enttäuscht sein, aber das ist am Samstag wieder ein anderer Wettbewerb. Das hat keine Auswirkungen auf unsere hohe Meinung der Leverkusener. Sie haben eine enorm hohe individuelle Klasse. Wir müssen es schaffen, ihre taktische Ordnung zu durchbrechen." Noch besser fasst es Manager Horst Heldt zusammen: „Es ist ein spannendes Spiel.“

 

Abstiegskampf im Kraichgau

In der Sinsheimer Wirsol Rhein-Neckar-Arena steigt heute Nachmittag zwischen 1899 Hoffenheim und dem VfB Stuttgart das Baden-Württemberg-Derby. Beim letzten Aufeinandertreffen beider Mannschaften gab es sage und schreiben ac
ht Tore zu begutachten. Damals hatten die Schwaben beim 6:2-Erfolg die Oberhand behalten. Doch derzeit sieht es beim Deutschen Meister von 2007 alles andere als gut aus. Fünf Niederlagen in Folge haben die Mannschaft von Trainer Thomas Schneider in die untere Tabellenregion geführt. Derzeit sind es nur noch zwei Punkte auf den Relegationsplatz. Der Abstiegskampf ist angekommen in der Landeshauptstadt!

Ein Grund für den Stuttgarter Absturz ist die löchrige Defensive. Mit 41 Gegentreffern stellt man die viertschlechteste Abwehr der Liga. Das sieht auch Trainer Schneider so: "Wir haben zu viele Gegentore bekommen. Es ist ganz entscheidend, eng und gut zu verteidigen." Eine kompakte Arbeit in der eigenen Hälfte muss die Basis sein für einen Erfolg im Kraichgau. Immerhin stehen mit Roberto Firmino, Anthony Modeste und Kevin Volland drei gefährliche Akteure in der Offensivreihe von Hoffenheim.

Stürmer Vedad Ibisevic wird die Reise zu seinem ehemaligen Arbeitgeber nicht antreten. Der Bosnier muss nach einer Tätlichkeit im Spiel gegen den FC Augsburg eine Sperre von fünf Spielen absitzen. Kapitän Christian Gentner kann nach seinem Muskelfaserriss erst wieder in der kommenden Woche in das Mannschaftstraining einsteigen.

Dank vier Punkten aus den letzten beiden Partien hat sich 1899 Hoffenheim etwas Luft im Abstiegskampf verschafft. Einen kleinen Dämpfer gab es unter der Woche. Zum fünften Mal erreichten die Badener im DFB-Pokal das Viertelfinale, zum fünften Mal verpasste man den Sprung in die Runde der letzten Vier. Am vergangenen Mittwoch hieß die Endstation VfL Wolfsburg. Das intensive Spiel forderte seinen Tribut. "Bei dem einen oder anderen hat das Körner gekostet. Deshalb könnte es schon sein, dass sich in der Startelf etwas ändert“, so 1899-Coach Markus Gisdol.

Definitiv nicht dabei sein werden Sebastian Rudy und Stefan Thesker. Während Thesker weiterhin an seiner Sprunggelenkverletzung laboriert, muss Rudy eine Gelbsperre absitzen. Dafür stehen David Abraham und Fabian Johnson wieder zur Verfügung, die beide ihre Verletzungen auskuriert haben.


Schicksalsspiel in Braunschweig

Ganz Fußball-Deutschland schaut heute gespannt nach Braunschweig. Während Hamburgs Trainer Bert van Marwijk vom „wichtigsten Spiel des Jahres“ sprach, erwartet sein Gegenüber Torsten Lieberknecht „Abstiegskampf pur“.


Was derzeit bei den Hanseaten los ist, kann man kaum in Worte fassen. Selten wurde die Bundesliga Zeuge eines solchen Chaos innerhalb eines Vereines. Doch Fakt heute ist – Bert van Marwijk und Oliver Kreuzer sind immer noch in ihren Ämtern. Wie lange noch? Das weiß nur der liebe Gott. Unter der Woche wurde den Spieler, Trainer und Manager ein Maulkorb erlegt. Niemand mehr sollte sich zu den Unstimmigkeiten der Führungsetage äußern müssen. Der sportliche Aspekt sollte im Vordergrund stehen. Im Training setzte van Marwijk vermehrt auf das „Wir-Gefühl“ innerhalb der Mannschaft. Deshalb wird auch der komplette Kader die Reise zum Tabellennachbarn antreten. Erst kurz vor Schluss entscheidet der Holländer, wer auf dem Spielberichtsbogen stehen wird.

Milan Badelj zog sich bei der 0:5-Klatsche gegen den FC Bayern München einen Bänderriss zu und fällt mindestens zwei Wochen aus. Bei Rafael van der Vaart, der ebenfalls verletzt ausgewechselt wurde, sieht es allerdings besser aus. Er hat seine muskulären Probleme auskuriert und steht für die Partie in Braunschweig zur Verfügung. Auch Pierre-Michel Lasogga steht kurz vor seinem Comeback. Mit neun Treffern stellt er zurzeit den besten HSV-Torschützen.

Mit zwölf Punkten und nur elf erzielten Treffern befinden sich die Braunschweiger absolut zurecht auf dem letzten Tabellenplatz. Doch im Gegensatz zum heutigen Gegner herrscht Ruhe beim Aufsteiger. Man hält voll und ganz an Trainer Torsten Lieberknecht fest. Doch eins ist klar. Soll der Klassenerhalt in dieser Saison noch gepackt werden, muss heute Nachmittag ein Dreier her. Ansonsten sieht es für den Kultclub mehr als düster aus.

Um dieses Angehen zu realisieren, baut Lieberknecht voll und ganz auf die heimische Kulisse. „Wir brauchen morgen über 90 Minuten einen Hexenkessel und bedingungslose Unterstützung. Aber ich gehe davon aus, dass unsere Fans genauso fokussiert sein werden wie wir“, so der Coach auf der Pressekonferenz.

Ausfallen werden definitiv Kevin Kratz und Jonas Erwig-Drüppel. Kratz konnte sich nicht rechtzeitig von seiner Prellung aus dem Spiel gegen Eintracht Frankfurt erholen. Erwig-Drüppel erlitt einen Meniskusriss im rechten Knie und wird eine Operation benötigen.

 


Die restlichen Spiele im Überblick:

FC Bayern München - SC Freiburg 15.30 Uhr

Borussia Dortmund - Eintracht Frankfurt 15.30 Uhr
Werder Bremen - Borussia Mönchengladbach 15.30 Uhr

 

 

Die Tipps der SSUT-Redaktion:

 

Bayer 04 Leverkusen - FC Schalke 04

(seko: 2:1, ms: 2:1, jg: 0:2)

 

TSG Hoffenheim - VfB Stuttgart

(seko: 2:1, ms: 3:1, jg: 1:2)

 

Eintracht Braunschweig - Hamburger SV

(seko: 1:1, ms: 1:0, jg: 0:0)

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