"Haben immer noch genügend Spieler im Kader"

Im DFB-Pokal starten heute die Viertelfinals. Im einzigen Dienstagsspiel empfängt Eintracht Frankfurt den Favoriten aus Dortmund. Gegen eine ersatzgeschwächte Borussia hoffen die Hessen dabei auf eine kleine Pokalüberraschung, bangt aber auch selbst um zwei Leistungsträger. 

 

Von Sebastian Koch

 

Wegen den Olympischen Spielen musste der DFB von der traditionellen Anstoßzeit am Abend (20.30 Uhr) abweichen und so müssen sich die Fans in der in der Commerzbank-Arena heute bis um 20.45 Uhr gedulden.

 

Während die Frankfurter Eintracht am vergangenen Wochenende einen wichtigen 3:0-Erfolg gegen Braunschweig landen konnte, brillierte die Borussia beim deutlichen 5:1-Auswärtssieg in Bremen. Allerdings musste die Elf von Trainer Jürgen Klopp den Erfolg hart bezahlen und so fallen für das Pokalspiel in Marco Reus und Sven Bender zwei weitere wichtige Stützen im Mittelfeld aus. Flügelspieler Reus zog sich einen Muskelfaserriss zu, Abräumer Bender laboriert an einer Oberschenkelzerrung.

 

Hoffnung auf erneute Mkhitaryan-Gala

 

Erfolgscoach Klopp nimmt die anhaltende Verletzungsmisere der Schwarz-Gelben mittlerweile mit Galgenhumor und gab bekannt, dass die Borussia immer noch "genügend Spieler im Kader" habe, um "eine gute Mannschaft zu bauen". Gut möglich ist, dass Allrounder Kevin Großkreutz auf der Position von Reus auflaufen wird. Im defensiven Mittelfeld könnte Kapitän Sebastian Kehl in die erste Elf zurückkehren.

 

Die Hoffnungen der Dortmunder ruhen aber vor allem auf Spielgestalter Henrikh Mkhitaryan, der in Bremen eine Gala auf den Rasen zauberte und nach einer langen Schwächephase endlich im Dortmunder Spiel angekommen zu sein scheint. An die Leistung vom Wochenende sollte der Armenier auch heute Abend anknüpfen, denn Klopp warnte im Vorfeld mehrfach vor den Hessen. "Die Eintracht hat zu ihrem guten Fußball zurückgefunden" und so erwarte den BVB eine "hohe Hürde und ein offenes Spiel", prophezeite Klopp gegenüber dem "kicker".

 

In der Bundesliga momentan nur dritte Kraft und in der Champions League das unangenehm zu spielende Zenit St. Petersburg zugelost bekommen - kein Zweifel: Der DFB-Pokal ist im Moment der größte Trumpf der Borussia auf einen Titel.

 

"Wir wollen nicht rausfliegen"

 

Aber auch die Hessen sind auf einen Erfolg im Pokal angewiesen, um den Traum von einer erneuten internationalen Saison am Leben zu erhalten. Nach einer völlig verkorksten Ligahinrunde ist es für die Frankfurter fast unmöglich, sich erneut über die Meisterschaft für den Europapokal zu qualifizieren.  

 

Dementsprechend motiviert dürfte die Mannschaft des momentanen Tabellen-13. sein. Coach Armin Veh gab im Vorfeld auf den Pokal-Hit, der sich bereits am Samstag in der Liga mit umgekehrter Heim-Auswärts-Konstellation wiederholen wird, die eindeutige Devise "Halbfinale" aus und sagte den Westfalen einen großen Kampf an: ""Wir werden auf keinen Fall etwas abschenken, wir wollen nicht rausfliegen." und weiter: "Es sind noch zwei Spiele, dann steht man in Berlin und dafür werden wir alles daran setzen, morgen zu gewinnen."

 

Bevor der 53-Jährige allerdings Kurs auf seine zweite Pokalfinal-Teilnahme nimmt, muss womöglich auch er seine Mannschaft zunächst kräftig umbauen. Die Einsätze von Johannes Flum (Zerrung) und Pirmin Schwegler (Rippenprellung) sind zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar.  

 

 

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