Tag 2: Loch rodelt zu erstem Gold für Deutschland – Österreicher Mayer düpiert Weltelite der Abfahrer

 

Nachdem Wettkampftag Nummer eins aus deutscher Sicht noch relativ ernüchternd ausfiel, haben die 22. Olympischen Winterspiele für das deutsche Team spätestens am zweiten Tag so richtig begonnen. Grund dafür ist die erste Goldmedaille - eingeheimst von Rodler Felix Loch. Auch für unsere beiden Nachbarländer Österreich und die Schweiz, Gastgeber Russland, die USA, erneut die Niederlande, Polen und die Slowakei gab es Grund zur Freude.

 

Von Jan Geißler

 

Den Anfang eines spannenden Olympia-Tages machten die Abfahrer. Eigentlich war alles angerichtet für einen Showdown zwischen den großen Zweien - zwischen Bode Miller und Aksel Lund Svindal. Eigentlich. Denn letztendlich ist keiner der Topfavoriten zu Abfahrs-Gold, geschweige denn zu einer Medaille gerast. Der Österreicher Matthias Mayer hatte etwas dagegen und wurde innerhalb von knapp 2,06 Minuten zum Nationalhelden. "Es ist Wahnsinn! Das ist das Größte, was man in seiner Sportart erreichen kann. Bei den letzten Rennen habe ich am Podest gekratzt, es ist sich aber noch nie ausgegangen. Da runter habe ich gewusst, ich habe es drauf, es ist in den Trainings schon sehr gut gegangen", sagte Mayer im ORF nach seinem Olympia-Coup. Am Ende hatte er 6/100 Vorsprung auf den Italiener Christoph Innerhofer. Bronze ging an Svindals Teamkollegen Kjetil Jansrud, der nur weitere 4/100 zurücklag.

 

Es folgten die Snowboarderinnen im Slopestyle. Hier gab es einen Tag nach Premierensieger Sage Kotsenburg bei den Männern die zweite Goldmedaille für die Vereinigten Staaten von Amerika zu bejubeln. Die 23-jährige Jamie Anderson setzte sich mit 95,25 Punkten vor der Finnin Enni Rukajarvi (92,50) durch. Die Britin Jenny Jones sicherte sich mit 87,25 bronzenes Edelmetall.

 

Beim Skiathlon der Skilangläufer, also 15km klassischer Stil und 15km freier Stil, stürmte der Schweizer Dario Cologna auf Platz eins. In der ersten Langlauf-Entscheidung der Männer ließ er der skandinavischen Konkurrenz keine Chance und sicherte sich nach einer Attacke am letzten Anstieg Gold vor Marcus Hellner aus Schweden sowie dem Norweger Martin Sundby.

 

Es stand nun das erste Rennen der Eisschnellläuferinnen auf dem Programm. Nach dem niederländischen Dreifach-Triumpf am gestrigen Tag, konnten sich die Oranjes auch im 3000m-Rennen wieder große Hoffnungen auf eine Medaille machen. Mit Claudia Pechstein hatten auch die Deutschen ein heißes Eisen im Feuer. Am Ende reichte es nicht ganz und die erste Medaille für den DOSB musste verschoben werden. Mit 4:05.26 Minuten landete die Berlinerin knapp geschlagen auf Platz vier. Gold sicherte sich letztendlich Ireen Wüst aus den Niederlanden vor der Tschechin Martina Sablikova und Lokalmatadorin Olga Graf aus Russland.

 

Noch ist das Biathlonstadion "Laura" kein gutes Pflaster für die deutschen Athleten. Auch die Frauen konnten im 7,5km Sprint noch nicht wirklich am Podest und somit an den Medaillenrängen schnuppern. Beste Athletin des DSV war die in der Vorsaison von den Langläufern zu den Biathleten gewechselte Evi Sachenbacher-Stehle auf Platz elf (34 Sekunden Rückstand/1 Strafrunde). Gold ging wie schon vor vier Jahren in Vancouver an die Slowakin Anastasiya Kuzmina. Sie ist damit die erste Biathletin, der es gelang einen Olympiasieg in der selben Disziplin zu wiederholen. Auf den Rängen zwei und drei folgten Olga Vilukina aus Russland und die Ukrainerin Vita Semerenko.

 

Bei den männlichen Rodlern gab es sie dann endlich zu bejubeln - die erste Medaille für Deutschland, und dann auch noch gleich eine goldene. Dem viermaligen Einzelweltmeister gelang damit das gleiche Kunststück wie Kuzmina zuvor bei den Biathletinnen, nämlich die Titelverteidung. Er verwies den russischen Altmeister Albert Demtschenko nach vier gefahrenen Läufen mit einem Rückstand von knappen 5/10 auf den zweiten Platz. Bronze holte sich Armin Zöggeler aus Italien und sicherte sich damit die sechste Medaille bei seinen sechsten Olympischen Winterspielen - Rekord! Lochs Landsmann Andi Langehan hatte Pech und landete auf einem unglücklichen vierten Rang.

 

Die vorletzte Entscheidung des Tages fiel auf der Normalschanze der Skispringer. Der erste Wettkampf für die "Adler" ist dabei ohne deutsches Edelmetall zu Ende gegangen. Beim deutlichen Sieg des Gesamtweltcupführenden Kamil Stoch aus Polen, landete Andreas Wellinger als bester Deutscher auf Platz sechs. Andreas Wank, der nach dem ersten Durchgang noch auf einem ausichtsreichen fünften Platz gelegen hatte, musste sich am Ende mit dem zehnten Gesamtrang zufrieden geben. Peter Prevc aus Slowenien und der Norweger Anders Bardal sicherten sich die beiden anderen Medaillen.

 

Und zum Abschluss des zweiten Wettkampftages durfte auch Gastgeber Russland zum ersten Mal jubeln. Das Team um Eiskunstlauf-Superstar Jewgeni Pluschenko sicherte sich bei der Premiere des Team-Wettbewerbs Gold vor Kanada und den USA. Das deutsche Team war bereits vor dem Finale ausgeschieden.

 

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