Medien: Wieder Tote auf WM-Baustellen

Laut einem Bericht der englischen Tageszeitung "The Guardian" sind in den letzten Monaten weitere 36 ausländische Gastarbeiter auf den WM-Baustellen in Katar ums Leben gekommen.

 

Von Sebastian Koch

 

Die Vorbereitung auf die Fußball-WM 2022 in Katar wird mehr und mehr zum Friedhof von ausländischen Gastarbeitern. Wie "The Guardian" berichtet, starben in den letzten Monaten weitere 36 Bauarbeiter auf den Baustellen der künftigen WM-Stadien.

 

FIFA appeliert an Katar

 

Ein Skandal, auf den die FIFA nun in bestmöglicher Manier reagiert: sie richtete sich - man halte sich fest! - mit einem Statement direkt an das Emirat Katar: „In Katar müssen zügig und dauerhaft durchweg faire Arbeitsbedingungen eingeführt werden, und zwar auf einer nachhaltigen Basis.", lautet die ungeheuerliche Forderung des Korruptions... quatsch: des Weltverbandes.

 

Aber die FIFA wöre nicht die FIFA, wenn sie mit erdrückenden Argumenten auch den Verantwortlichen in Katar an den Kragen gehen wollte. Schließich haben "die verantwortlichen Stellen in Katar Defizite in den Arbeitsstrukturen eingeräumt und sich verpflichtet, das Arbeitssystem und die entsprechende Gesetzgebung zu ändern, um humane Arbeitsbedingungen für alle zu schaffen."

 

Humane Arbeitsbedingungen also - fast schon eine Frechheit der FIFA, sich mit einer solchen Forderung an Katar zu wenden. Das Emirat hatte im Dezember 2010 die FIFA schließlich mit schlagkräftigen und sportlichen Argumenten überzeugt, die WM ausrichten zu dürfen. Da konnten Blatter & Co. - nach einem Blick auf das Konto - einfach nicht widerstehen.

 

Auch Katar reagiert

 

Aber wir wollen dem Emirat ja keine Unmenschlichkeit per sé unterstellen. Es ist nun mal nicht so einfach, in einem Land von der Größe Hessens menschenwürdige Unterkünfte für so viele Gastarbeiter zu errichten - es fehlt einfach am Platz. Das ist ja ganz normal. Wo viele Hochhäuser, Luxushotels und Paläste stehen, da gibt es den Platz für einfache Häuser nicht.

 

Und, die Scheichs greifen jetzt durch - eine Untersuchung der Vorfälle wurde angekündigt. Oh Schreck, den Bauherren geht es jetzt an dem Kragen.

 

185 Tote Bauarbeiter


Laut dem Bericht des "Guardian" starben bereits 185 Menschen auf den WM-Baustellen. Das sind bald mehr Tote, als Katar Scheichs hat.

 

Nein, das Thema ist zu ernst, um zu spaßen: Die FIFA muss nun umgehend reagieren und weitere tote WM-Arbeiter verhindern! Dem Emirat muss die WM entzogen werden. Das Argument, die Arbeiter seien in diesem Fall umsonst gestorben, darf dabei nicht gelten. Es geht darum, weitere Todesopfer zu verhindern und weiteren Schaden vom Fußball abzuwenden - die Fußball-WM 2022 darf nicht in och mehr Blut baden.

 

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