Li setzt sich die Krone auf / Zverev holt Junioren-Titel

Na Li hat das Damenfinale gegen Dominika Cibulkova gewonnen, die Patzer der prominenten Konkurrenz ausgenutzt und sich zum ersten Mal den erste Grand-Slam-Titel des Jahres gesichert.

Unterdessen gewann Alexander Zverev die Juniorenkonkurrenz und holte seinen erste Grand-Slam-Titel.

 

Von Sebastian Koch

 

Die Chinesin Na Li hat zum ersten Mal die Australian Open und zum zweiten Mal ein Grand-Slam-Turnier gewonnen. Die 31-Jährige besiegte in einem einseitigen Endspiel die Slowakin Dominika Cibulkova mit 7:6 (7:3), 6:0 und machte die Finalniederlagen von 2011 und 2013 vergessen.

 

Unterdessen ist der 16-jährige Alexander Zverev seiner Favoritenrolle gerecht geworden und hat das Junioren-Einzelfinale klar für sich entschieden. Für den Junioren-Weltranglistenersten ist es der erste Triumph bei einem Junioren-Grand-Slam-Turnier.

 

Li zunächst nervös, dann souverän

 

Das Frauen-Endspiel war von Beginn an von Unsicherheiten beider Spieler geprägt. Die 24-jährige Cibulkova kassierte bei ihrem Final-Debüt ein frühes Break, profitierte aber vom ebenfalls schwachen Service Lis, die in den ersten Spielen eine Quote von unter 20 (!) Prozent erster Aufschläge aufwies. Weitere, vor allem in der Häufigkeit ungewohnt, leichte Fehler der Asiatin brachte Cibulkova im ersten Satz zurück ins Match. Dennoch kassierte die Weltranglisten-24. nach dem geschafften Re-Break zum 3:3 im elften Spiel ein erneutes Break zum 5:6. Den scheinbar vorentscheidende Aufschlagverlust Cibulkovas konnte Li jedoch nicht nutzen und so ging es in einem schwachen ersten Satz in den Tie-Break. In der Satzverlängerung knüpfte Li erstmals an ihr gewohntes Offensivtennis an und brachte den Tie-Break ungefährdet mit 7:3 unter Dach und Fach.

 

Cibulkova kam auch im zweiten Satz nicht ins Spiel und war folglich chancenlos gegen Li, die ihrerseits ihre Fehlerquote deutlich verringern konnte. Die derzeit wahrscheinlich bekannteste chinesische Sportlerin zog schnell davon und konnte nach 97 Minuten vor knapp 100 Millionen Zuschauern vor den TV-Geräten in der Heimat ihren ersten Titel in "Down Under" bejubeln.

 

"Endlich habe ich ihn"


In den letzten Jahren musste sich Li 2011 der Begierin Kim Clijsters und im letzten Jahr der Weißrussin Viktoria Azarenka im Endspiel geschlagen geben. Umso glücklicher zeigte sich die in Wuhan geborene (noch) Weltranglisten-Vierte nach dem Spiel: "Die letzten zwei Male war es sehr eng, aber das ist jetzt egal.", frohlockte Li, die jubelnd und den Pokal anschauend, ergänzte: "Endlich habe ich ihn." Ab Montag wird Li im WTA-Ranking auf dem dritten Platz geführt.

 

Enttäuscht, aber dennoch glücklich über die letzten beiden Wochen, zeigte sich Cibulkova. Der Slowakin wird die Finalniederlage mit einem Sprung von Rang 24 auf 13 in der Weltrangliste versüßt. Dementsprechend positiv viel auch das Fazit Cilbukovas aus, die unter anderem Maria Scharapova und Agnieszka Radwanska besiegen konnte: "Das waren die schönsten zwei Wochen meines Lebens."

 

So gab es am Ende zwei Sieger: eine Sportliche und eine Moralische. Ach, wie schön ist doch die Tenniswelt...

 

Zverev lässt uns hoffen


Gut möglich, dass es auch hierzulande demnächst nicht nur im Damentennis, sondern auch in der Herrenkonkurrenz wieder mehr Grund zum Jubeln gibt. Während sich die Profis um Tommy Haas, Philipp Kohlschreiber & Co. allesamt früh aus dem Turnier verabschieden mussten (Flo Mayer scheiterte als letzter Deutscher im Achtelfinale), gewann der junge Alexander Zverev das Juniorenturnier.

 

Der 16-jährige Hamburger, dessen älterer Bruder Mischa schon Profi ist, setzte sich im Endspiel deutlich gegen den ein Jahr jüngeren US-Boy Stefan Kozlov mit 6:3, 6:0 durch. Dabei zeigte Zverev vor allem im zweiten Satz sein großes Potenzial, das hm auch schon Eurosport-Kommentator Matthias Stach im Gespräch mit uns bereits bescheinigt hatte.

 

"Ein Traum ist in Erfüllung gegangen"

 

Für den Deutsch-Russen ist der Triumph in Melbourne der erste Grand-Slam-Titel seiner noch jungen Karriere. "Heute ist ein Traum in Erfüllung gegangen.", kommentierte Zverev den Finaltriumph und ließ gegenüber tennisnet.com einblicken, dass dies nur der Anfang einer hoffnungsvollen Karriere sein soll: "Ich habe das Gefühl, dass ich einen riesengroßen Schritt in meiner Karriere gemacht habe."

 

Zverev ist der erste deutsche Junioren-Grand-Slam-Sieger seit Daniel Elsner, der 1997 die Konkurrenz der French-Open für sich entscheiden konnte. Er konnte auf der Profitour dann allerdings nicht mehr an die Erfolge jüngerer Jahre anknüpfen.

 

Kuchlikova siegt bei Juniorinnen, Ellerbrock im Rollstuhl

 

Bei den Juniorinnen hat sich Elzaveta Kuchlikova den Titel gesichert. Die Russin besiegte im Endspiel Jana Fett aus Kroatien souverän mit 6:2, 6:1.

Derweil hat im Rollstuhltennis die Deutsche Sabine Ellerbrock den erste Grand-Slam-Titel des Jahres gewonnen. Die 39-Jährige setzte sich in einem engen Finale gegen Yui Kamiji aus Japan mit 3:6, 6:4, 6:2 durch.

 

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