Wawrinka macht Finaltraum wahr - Cibulkova und Na Li nicht aufzuhalten

Stanislas Wawrinka heißt der erste Finalist der Herrenkonkurrenz. In einem wahren Tiebreak-Krimi kämpft er den Tschechen Tomas Berdych nieder. Und auch die beiden Finalteilnehmer der Damenkonkurrenz stehen fest: Während Dominika Cibulkova die ursprünglich favorisierte Polin Agnieszka Radwanska bezwingt, stoppt die Chinesin Na Li den Erfolgslauf von Teenagerin Eugenie Bouchard. Mit Junior Alexander Zverev ist auch der letzte Deutsche eine Runde weiter und steht nun im Halbfinale.

 

 

Von Jan Geißler

 

Stanislas Wawrinka hat es geschafft. In einem packenden Match in der Night Session der Rod Laver Arena besiegte er den Tschechen Tomas Berdych mit 6:3, 6:7, 7:6, 7:6 und steht somit erstmals im Endspiel eines Grand-Slam-Turniers. Erst bei den US Open im vergangenen Herbst hatte er sein erstes Halbfinale bei einem der vier Majors erreicht - musste sich damals jedoch noch dem Serben Novak Djokovic geschlagen geben. Dass es nun endlich gereicht hat macht ihn umso glücklicher. „Dafür habe ich gearbeitet und heute hat es geklappt", rang ein sichtlich erleichterter Wawrinka nach dem Spiel um Worte.

 

Im Finale am Sonntag kämpft er nun um seinen ersten ganz großen Titel. Dann trifft er entweder auf seinen Landsmann Roger Federer oder den spanischen Weltranglistenersten Rafael Nadal. Er selbst hätte nichts gegen ein Finale mit Federer einzuwenden. "Roger ist der größte Spieler aller Zeiten", so der 28-Jährigen. Seine Bilanz gegen den Rekord-Champion steht bei 1:13.

 

Cibulkova macht Radwanskas' Hoffnungen zunichte

 

Bei den Damen ist und bleibt es das Turnier des Favoritensterbens. Denn wer hätte vor dem Turnier ernsthaft damit gerechnet, dass im Damendendspiel weder eine Serena Williams, noch eine Viktoria Azarenka vertreten sind? Vermutlich niemand. Und wenn doch, hätte er in den Wettbüros dieser Welt viel Geld gewinnen können. Vergangene Nacht ist eine weitere hochgehandelte Spielerin ausgeschieden. Mit der Polin Agnieszka Radwanska hat sich die an Position fünf gesetzte Spielerin aus dem Turnier verabschiedet. Sie ging gegen die 24-jährige Dominika Cibulkova beim 1:6, 2:6 regelrecht unter. Lediglich 70 Minuten benötigte die aktuell Weltranglisten-20., um den Finaleinzug perfekt zu machen.

 

Radwanska fand zu keiner Zeit zu ihrem normalerweise sehr variantenreichen Spiel. Gegenüber der starken Leistung im Viertelfinale, als sie Titelverteidigerin Viktoria Azarenka aus dem Wettbewerb geworfen hatte, war die Polin heute nicht wieder zu erkennen. Cibulkova dagegen agierte hochkonzentriert und verwandelte direkt ihren ersten Matchball. „Ich hatte so viele Gedanken in meinem Kopf. Als ich mein Aufschlagspiel zum 5:2 durchgebracht habe, wusste ich, dass ich es machen werde. Ich glaube immer noch nicht, dass das hier passiert. Ich habe keine Worte dafür. Das ist einfach nur unglaublich", sagte die überglückliche Cibulkova im On-Court-Interview. Im Finale am Samstag trifft sie nun auf Vorjahresfinalisitin Na Li.

 

Na Li zeigt Teeniestar Bouchard die Grenzen auf

 

Bereits zum dritten Mal steht die 31-jährige Chinesin im Finale der Australian Open. In der Vorschlussrunde besiegte sie dabei das kanadische Wunderkind Eugenie Bouchard souverän mit 6:2, 6:4. Nachdem sie im ersten Satz bereits nach einer Viertelstunde mit 5:0 geführt hatte, kam die junge Kanadierin langsam besser ins Spiel. Doch letztendlich brachte Bouchard die zwischenzeitliche 2:0-Führung im zweiten Satz nicht viel. Insgesamt war die Weltranglisten-Vierte aus China das gesamte Match über deutlich druckvoller und belohnte sich für ihre Leistung letztendlich selbst, indem sie nach 1:26 Stunden ihren ersten Matchball verwandelte. „Ich denke, dass ich zu Beginn des Matches sehr gut gespielt habe. Der zweite Satz war ein wenig flattrig, weil ich schon etwas das Gefühl hatte, dass ich bereits mit einem Fuß im Finale stehe. Ich habe versucht, Punkt für Punkt zu spielen, weil das Match ja nicht aufhört", kommentierte die Chinesin.

 

Aber auch Eugenie Bouchard, die im heutigen Spiel wieder lautstark von ihrer "Genie Army" unterstützt wurde, dürfte mit dem Turnierverlauf ganz zufrieden sein. Auf Weltranglistenposition 32 liegend in das Turnier gegangen, wird sie am kommenden Montag mit Position 19 erstmals unter den besten 20 Spielerinnen der Welt auftauchen. Sie ist somit mit gerade einmal 19 Jahren bereits die zweitbeste Kanadierin aller Zeiten.

 

Alexander Zverev feiert zehnten Sieg in Folge

 

Halbfinalticket gebucht. Der Hamburger Alexander Zverev hat nach seinem zehnten Erfolg in Serie das Halbfinale der Junioren-Konkurrenz erreicht. Die Nummer eins der Junioren-Weltrangliste besiegte im Viertelfinale Hyeon Chung aus Südkorea mit 6:2, 6:4 und trifft nun in der nächsten Runde auf den ungesetzten Australier Bradley Mousley. „Das war das erste gute Match im Turnier von mir. So langsam muss ich auch an meinem Limit spielen. Deswegen ist es gut, wie es heute gelaufen ist", sagte Zverev nach dem Match.

 

Der 16-Jährige war als großer Favorit nach Melbourne gereist, nachdem er in der vergangenen Woche bereits das Vorbereitungsturnier im australischen Traralgon ohne einen einzigen Satzverlust gewonnen hatte. Für das Halbfinal-Duell mit dem 19. des Junioren-Rankings Mousley sieht er sich trotz einer 2:0-Bilanz eher als Außenseiter. „Ich habe ihn auf Rasen und Sand besiegt. Er spielt hier in Melbourne richtig gut und hat Spieler geschlagen, gegen die er vorher nicht gewonnen hat. Es ist sein Heimturnier in seinem Club. Dadurch hatte er hier auch leichte Vorteile", sagte Zverev über seinen Halbfinalgegner.

 

Info:

Die Vorschau auf den morgigen Turniertag findet ihr ab 22 Uhr auf unserer Facebook-Seite.

 

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