Favoritensterben im Damen-Achtelfinale / Nadal zittert sich weiter / Federer beeindruckt

Das Achtelfinale der Damen wurde zum großen Favoritensterben. Nachdem sich bereits gestern zwei prominente Spielerinnen verabschiedeten mussten, erwischte es am heutigen Montag wieder zwei große Namen.

Derweil sind bei den Herren die Favoriten weiter im Turnier, allen voran Roger Federer.

 

Von Sebastian Koch

 

Ja, was ist denn hier los? Eine ganze Woche haben Fans und auch so manche Spieler auf große Sensationen bei den Australian Open warten müssen. Im Achtelfinale der Damenkonkurrenz gab davon gleich mehrere. Nachdem sich gestern bereits die deutsche Top-10-Spielerin Angelique Kerber und in Serena Williams die Weltranglistenerste verabschiedet haben, traf es am zweiten Achtelfinaltag Maria Scharapowa und Jelena Jankovic.

 

Nadal mit Pflaster, Murray mit Satzverlust, Federer ganz stark

 

In der Herrenkonkurrenz marschieren die großen Favoriten dagegen unbeirrt weiter und so läuft alles auf den großen Showdown am Wochenende hinaus. Nachdem sich gestern bereits Novak Djokovic und David Ferrer für das Viertelfinale qulifiziert haben, folgten ihnen heute unter anderem Andy Murray und Rafael Nadal.  

 

Der spanische Weltranglistenerste besiegte Kei Nishikori zwar mit 3:0-Sätzen, doch das deutliche Ergebnis schmälert die Leistung des einzig asiatischen Spitzenspielers im ATP-Zirkus erheblich. Der 25-jährige Japaner zwang Nadal in allen drei Sätzen in eine Verlängerung und unterlag schließlich denkbar knapp mit 6:7, 5:7, 6:7.

 

Der Mallorquiner war dabei durch eine offene Wunde an der Schlaghand gehandicapt und musste lange Zeit mit Pflastern an mehreren Fingern spielen. Nach mehr als drei Stunden und drei, trotz der Verletzung, überraschend engen Sätzen verwandelte Nadal schließlich seinen ersten Matchball. 

 

Nach dem Spiel musste Nadal seinen Gegner für dessen Leistung jedoch ausdrücklich loben: "Ich habe oft kaum Zeit gehabt, um meine Position innerhalb des Platzes einzunehmen.", resümierte Nadal, der zudem offen zugab, dass es ihm Nishikori nicht leicht gemacht habe. Im Viertelfinale trifft der 28-Jährige auf den Bulgaren Grigor Dimitrov, der sich in vier Sätzen gegen Nadals Landsmann Roberto Bautista-Agut durchsetzte.

 

Ebenfalls im Viertelfinale steht Andy Murray. Der Schotte musste bei seinem 6:1, 6:2, 6:7, 6:2 - Erfolg gegen Stéphane Robert aus Frankreich allerdings überraschend in den vierten Satz, wo er den letztlich aber ungefährdeten Sieg unter Dach und Fach bringen konnte. Murray trifft in der Runde der letzten Acht auf Roger Federer.

 

Der Schweizer dominierte das vermeintliche Topspiel des Tages gegen Jo-Wilfried Tsonga und erteilte dem Franzosen beim 6:3, 7:5, 6:4 - Erfolg eine Lehrstunde. "Ich habe heute wirklich gut gespielt, auch sehr sicher und aggressiv.", ordnete der viermalige Australian-Open-Sieger seine Leistung ein. Gleichzeitig unterstrich Federer seine Ambitionen auf seinen 18. Grand-Slam-Titel und dürfte, mit einer solchen Leistung wie heute, auch von Murray nur schwer zu stoppen sein.

 

Scharapowa und Jankovic raus

 

In der Damenkonkurrenz musste sich völlig überraschend Maria Scharapowa verabschieden. Die ambitionierte Russin unterlag der Slowakin Dominika Cibulkova in drei Sätzen mit 6:3, 4:6, 1:6 und enttäuschte dabei vor allem im dritten Satz. "Ich habe im Turnier nicht das beste Tennis gespielt, aber ich habe Wege gefunden, die letzten beiden Matches zu gewinnen.", zog die 27-Jährige eine durchschnittliche Turnierbilanz und erkannte die gute Leistung ihrer Kontrahentin an: "Sie hat heute extrem gut gespielt."

 

Die Russin bemerkte zudem, dass sie, wie am Tag zuvor auch Serena Williams, unter Schmerzen gespielt habe. Die harte erste Woche mit Temperaturen über 40 Grad Celsius fordert nun also ihren Tribut, wovon auch die Stars der Szene nicht verschont bleiben. Das gestand sich auch Scharapowa ein, die seit nunmehr sechs Jahren auf einen Turniersieg beim ersten Grand Slam der Saison wartet: "Ich habe ein Stauchung im Hüftbereich. Aber solche Schmerzen erwartet man, wenn du so viel Zeit auf dem Platz verbringst."

 

Cibulkova, die sich durch den überzeugenden Sieg in den Kreis der Favoritinnen auf den Turniersieg gespielt hat, trifft im Viertelfinale auf Simona Halep. Die Rumänin hatte mit einem 6:4, 2:6, 6:0 die leicht favorisierte Serbin Jelena Jankovic überrascht und steht zum ersten Mal in einem Grand-Slam-Viertelfinale. "Vor Beginn der Saison war es mein Traum, Viertelfinale bei einem Grand Slam zu spielen. Im dritten Satz habe ich mein bestes Tennis gespielt", zog die 22-Jährige schon jetzt eine positive Turnierbilanz.

 

Auch Viktoria Asarenka überstand das Achtelfinale und hielt sich dabei schadlos. Die Weißrussin, die nach dem Ausscheiden von Williams und Scharapowa zusammen mit Na Li nun Top-Favoritin sein dürfte, besiegte die amerikanische Hoffnung Sloane Stephens problemlos mit 6:3, 6:2. Im Viertelfinale trifft Asarenka nun auf die Polin Agnieszka Radwanska, die die ungesetzte Spanierin Garbine Muguruza, ausgeschaltet hat.

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