Kerber und Mayer bestehen im Glutofen - morgen heftiger Temperatursturz

Am wahrscheinlich letzten Hitzetag in Melbourne haben Angelique Kerber und Florian Mayer das Achtelfinalticket gelöst, Mona Barthel ist dagegen ausgeschieden.

Derweil wird morgen ein Temperaturabfall um rund 20 Grad Celsius erwartet. Das könnte zu neuen physischen Problemen führen.

 

Von Sebastian Koch

 

Auch am Freitag waren einmal mehr die Temperaturen das Topthema bei den Australian Open. Das lag daran, dass Überraschungen ausblieben und die Favoriten weitesgehend mühelos die dritte Runde überstanden haben. Zudem prophezeien Meteorologen für Samstag den so herbeigesehnten Temperaturabfall. Dann sollen anstatt über 40 Grad Clesius nur noch knapp 25 Grad erreicht werden. Ob der ransante Temperaturabfall die physischen Probleme der Top-Stars allerdings lösen werden wird, darf angezweifelt werden. "Das ist auch extrem, aber angenehmer als die Hitze.", sagt beispielsweise Angelique Kerber, die aber wohl noch nicht so ganz weiß, was sie von knapp 20 Grad Temperaturunterschied halten soll. Und so darf die erste Woche der Australian Open wohl getrost als die härteste Woche aller Zeiten beschrieben werden.

 

Mayer nach Galavorstellung im Achtelfinale - "Werde meine Chance bekommen"

 

Die Woche fast überstanden hat Florian Mayer. Der Bayreuther, nach dem Aus von Michael Berrer der einzig verbliebene Deutsche in der Herrenkonkurrenz, konnte nach den Siegen gegen David Kudla und Mikhail Youzhni in seinem dritten Turnierspiel gegen den Polen Jerzy Janowicz auf ganzer Linie überzeugen und steht zu Recht unter den besten 16. Gegen den Weltranglisten-20. unterliefen Mayer im ganzen Match gerade einmal sieben (!) vermeidbare Fehler - der ungefährdete 7:5, 6:2, 6:2 - Erfolg war dann die logische Konsequenz und Belohnung für den 30-jährigen Franken.

 

Für Mayer ist der Achtelfinaleinzug in Melbourne eine Premiere. Überhaupt überstand Mayer seit 2004 erst zum dritten Mal eine dritte Runde bei einem Grand-Slam-Turnier (zuvor 2004 und 2012 jeweils in Wimbledon) und war nach dem Spiel dementsprechend glücklich: "Ich bin schon sehr stolz auf mich, dass ich zwei Spiele unter diesen Umständen gewonnen habe. Das ist ein Riesenerfolg für mich.", wird der Weltranglisten-37. auf "Spiegel online" zitiert.

 

Nächster Gegner Mayers ist der Spanier David Ferrer. Gegen den Dritten der Weltrangliste konnte sich der Deutsche jüngst beim Masters-Turnier in Shanghai durchsetzen und bei einer fast ausgeglichenen Gesamtbilanz von 3:4 und Mayers derzeitiger Form scheint ein Sieg gegen den klaren Favorit nicht ganz ausgeschlossen zu sein. "Ich werde meine Chancen bekommen, ich muss weiter gut aufschlagen und aggressiv spielen.", zeigte sich Mayer gegenüber Eurosport optimistisch.

 

Kerber jetzt gegen Pennetta - Barthel ausgeschieden

 

Auch bei den Frauen ist nur noch eine Deutsche im Feld verblieben. Angelique Kerber zog ähnlich souverän wie Mayer ins Achtelfinale ein und hat in den drei bisherigen Spielen erst einen Satz abgeben müssen. Der 6:3, 6:4 - Erfolg gegen die Amerikanerin Alison Riske war über die gesamte Spieldistanz nie wirklich gefährdet und so kann die morgen 26 Jahre alt werdende Kerber zuversichtlich in ihr Achtelfinalspiel gegen Flavia Pennetta gehen. Zunöchst aber war die deutsche Nummer eins vor allem "froh darüber", nicht noch einen dritten Satz spielen zu müssen. Der wäre bei der Hitze "nicht einfach geworden".

 

Die Italienerin Pennetta setzte sich in ihrer Drittrundenpartie gegen Mona Barthel durch und verhinderte damit ein deutsch-deutsches Achtelfinalduell. Barthel war trotz der klaren 1:6, 5:7 - Niederlage zufrieden mit dem Turnierverlauf und sehe, dass ihre Entwicklung "in die richtige Richtung" geht. Des Weiteren zeigte sich die 23-Jährige zufrieden damit, "wie ich mit diesen Bedingung umgegangen bin und auch bei über 40 Grad noch Tennis spielen kann."

 

Favoriten fast ohne Probleme, Gasquet raus - Williams schreibt Geschichte

 

Wie im gesamten Turnierverlauf hatten die Favoriten auch am zweiten Drittrundenspieltag wenig Probleme und zogen geschlossen ins Achtelfinale ein. Am Freitag lösten Novak Djokovic, Tomas Berdych und der bereits angesprochene David Ferrer, sowie Serena Williams und Na Li das Achtelfinalticket. Bis auf die Chinesin blieben dabei alle Spieler in der dritten Runde ohne Satzverlust. Keine Sensation, aber eine kleine Überraschung gelang dem Spanier Tommy Robredo, der Richard Gasquet aus Frankreich in vier Sätzen bezwingen konnte. 

 

Serena Williams hat mit ihrem Achtelfinaleinzug sogar Geschichte geschrieben. Die fünfmalige Turniersiegerin feierte beim 6:3, 6:3 - Erfolg gegen Daniela Hantuchova ihren 61. Sieg bei den Australian Open und ist die damit erfolgreichste Spielerin in Melbourne. Mit dem Sieg überflügelte die amerikanische Weltranglistenerste die Australierin Margaret Court, die zwischen 1960 und 1977 insgesamt 60 Spiele bei ihrem Heim-Grand-Slam gewinnen konnte. Williams trifft jetzt auf Ana Ivanovic, die Lokalmatadorin Sam Stosur mit 6:7, 6:4, 6:2 bezwingen konnte.

 

Info

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