Melbourne wird zu "MelBurne" - die Hitze dominiert auch am Donnerstag

Zum Schutz der Spieler wurden am vierten Turniertag der Australian Open die Matches für bis zu vier Stunden unterbrochen. Lediglich in den großen Arenen wurde unter geschlossenem Dach weitergespielt. Hier hatten Rafael Nadal und Roger Federer keine Probleme.

 

 

"Puh, ist das heiß hier." Maria Scharapwa gewann trotz brutaler Hitze - jedoch mit viel Mühe (Bild: http://d1.stern.de/bilder/stern_5/sport/2014/KW03/australian_open_hitze/australian_open_hitze_05_maxsize_823_549.jpg)
"Puh, ist das heiß hier." Maria Scharapwa gewann trotz brutaler Hitze - jedoch mit viel Mühe (Bild: http://d1.stern.de/bilder/stern_5/sport/2014/KW03/australian_open_hitze/australian_open_hitze_05_maxsize_823_549.jpg)

Von Jan Geißler

 

Normalerweise ist das Eisbad bei Tennisspielern nicht sonderlich beliebt. In Melbourne ist es dieser Tage genau andersherum. In den Katakomben der Rod Laver Arena bilden sich inzwischen sogar Schlangen vor den mit kaltem Wasser und Eiswürfeln gefüllten Becken. Die "Heat of Melbourne" ist und bleibt das Gesprächsthema Nummer eins in der australischen Metropole. Schon die ganze Woche über herrschen auf der Tennisanlage am Yarra River Temperaturen von über 40 Grad Celsius im Schatten. "So viele Menschen hab ich noch nie bewusstlos gesehen wie hier..." berichtet unter anderem der deutsche Tourist Marius Krušovice auf unser Facebook-Pinwand und verdeutlicht die zum Teil dramatischen Temperaturen in "Down Under".

 

Und eine Besserung ist auch für morgen nicht in Sicht. Erst am Samstag soll sich die Anzeige auf dem Thermometer in angenehmere Regionen bewegen. Dann nämlich erwarten die Meteorologen angenehme 21 Grad.

 

"Australian Open extreme heat policy"

 

Drei Hitze-Tage mussten die Spieler bei den diesjährigen Australian Open durchstehen, bis es endlich zu ersten Unterbrechungen wegen der hohen Temperaturen kam. Bei circa 42 Grad gegen 14 Uhr Ortszeit machten die Turnierveranstalter von einer speziellen Regel Gebrauch und unterbrachen die laufenden Spiele für rund vier Stunden. Hierbei wird in einer Mischung aus Temperatur und Luftfeuchtigkeit ein Wert gemessen, der besagt, wann es für die Sportler zu gefährlich wäre weiterzuspielen. Laut dieser sogenannten "Australian Open extreme heat policy" müssen jedoch in den Begegnungen auf den Außenplätzen die begonnenen Sätze erst zu Ende gespielt werden, bevor es zu einer Pause kommen kann. In den größeren Stadien wird nach Beenden des angefangenen Satzes das Dach geschlossen und anschließend im Schatten weitergespielt. Letztmals mussten in Melbourne vor fünf Jahren einzelne Spiele aufgrund unerträglicher Hitze unterbrochen werden. Damals kletterte die Temperatur teilweise sogar auf über 45 Grad.

 

Favoriten trotzen den Temperaturen, Wawrinka steht im Achtelfinale

 

Kaum Probleme machte die Wärme den Topstars des Turniers. Und so setzte sich der Schweizer Roger Federer ganz nach dem von ihm geäußerten Motto ("Wer eine gute Vorbereitung absolviert hat, kommt auch mit der Hitze zurecht") locker und leicht in drei Sätzen mit 6:2, 6:1 und 7:6 gegen den Slowenen Blaz Kavcic durch. Auch Rafael Nadal hatte bei seinem 6:2, 6:4, 6:2-Sieg gegen den australischen Teenager Thanasi Kokkinakis keinerlei Mühe. Nur etwas weniger als zwei Stunden benötigte er, um sein Ticket für die dritte Runde zu buchen. Nadals' nächster Gegner ist nun sein Finalkontrahent von Doha, der Franzose Gael Monfils. Dieser gewann ebenfalls in drei Sätzen gegen den US-Amerikaner Jack Sock (7:6, 7:5, 6:2).

 

Andy Murray absolvierte am Abend bei deutlich angenehmeren Temperaturen und unter geschlossenem Dach sein Zweitrundenmatch gegen den Franzosen Vincent Millot. Der Brite hatte hierbei ebenfalls keinerlei Schwierigkeiten und gewann mit 6:2, 6:2 und 7:5.

 

Indes steht Stanislas Wawrinka bereits sicher im Achtelfinale. Da dessen ursprünglicher Gegner, der Weltranglisten-30. Vasek Pospisil, wegen einer Rückenverletzung nicht antreten kann, wird der Schweizer erst wieder am Sonntag im Einsatz sein. Dann geht es entweder gegen Tommy Robredo aus Spanien oder den Franzosen Richard Gasquet um den Einzug ins Viertelfinale.

 

Scharapowa übersteht Hitzeschlacht, Radwanska gewinnt im Schatten

 

Maria Scharapowa, Melbourne-Siegerin von 2008, musste in der Sauna der Rod-Laver-Arena bei Temperaturen von über 42 Grad Schwerstarbeit verrichten, um nicht schon in der zweiten Runde aus dem Turnier auszuscheiden. Gegen die Nummer 44 der Welt, die Italienerin Karin Knapp, brauchte die Russin drei Stunden und 28 Minuten, um sich letztendlich mühevoll mit 6:3, 4:6, 10:8 durchsetzen zu können. Dabei profitierte Scharapowa von der in Kraft getretenen "Extreme Heat Policy" nicht. Im Gegenteil: Zum Zeitpunkt, als diese einsetzte, befanden sich die beiden Spielerinnen bereits im dritten Satz und mussten das Match somit zu Ende führen.

 

Deutlich entspannter erwischte es Agnieszka Radwanska, die ihr Match in der geschlossenen Hisense-Arena absolvieren durfte und der ganz großen Hitze somit entging. Die an Position vier gesetzte Polin setzte sich mit 6:0 und 7:5 gegen Anastasia Pavlyuchenkova aus Russland durch.

 

Caroline Wozniacki gewann in einem spannenden Match gegen die junge US-Amerikanerin Christina McHale mit 6:0, 1:6, 6:2 und bekommt es nun in der dritten Runde mit der Spanierin Garbine Muguruza zu tun. Die 20-Jährige Landsfrau von Nadal, David Ferrer und Co. hat inzwischen zehn Spiele in Folge gewonnen und bereits in der vergangenen Woche das Turnier von Auckland für sich entscheiden können.

 

Berrer ausgeschieden

 

Mit Michael Berrer ist der am vierten Spieltag der einzig aktive Deutsche aus dem Wettbewerb ausgeschieden. Der in Stuttgart trainierende 33-Jährige war am Ende gegen den Spanier Feliciano Lopez chancenlos und musste sich mit 4:6, 6:7, 4:6 geschlagen geben.

 

Info

Die weiteren Ergebnisse des heutigen Tages folgen gegen Abend auf unserer Facebook-Seite

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