Sahin verletzt, Gündogan reist ab

Die Verletzungsmiesere bei Borussia Dortmund will einfach nicht aufhören. Nuri Sahin brach sich im Trainingslager in La Manga das Nasenbein, Ilkay Gündogan ist sogar schon wieder zu Hause und sorgt für mächtig Transferwirbel.

 

Von Sebastian Koch

 

Was hatte die Borussia aus Dortmund doch die Winterpause herbeigesehnt. Endlich Pause, endlich Ruhe, endlich Zeit. Der Champions-League-Finalist lief in der Hinrunde den eigenen Erwartungen weitesgehend hinterher, was zum großen Teil auch daran lag, dass hochkarätige Stammspieler reihenweise ausfielen. Im Winter sollten diese sich regenerieren, um Ende Januar im Heimspiel gegen den FC Augsburg zur großen Aufholjagd zu blasen. Doch das Trainingslager im spanischen La Manga verläuft bisher anders als geplant und mehr als schleppend.

 

Mühsamer Testsieg und öffentliche Kritik

 

Wie angespannt die Situation bei den Schwarz-Gelben ist, lässt die Reaktion von Trainer Jürgen Klopp nach dem mühevollen 2:1-Sieg gegen den abstiegsbedrohten Zweitligisten und Revierrivalen VfL Bochum erahnen, als er sich gegenüber "Sport1" zu einer öffentlichen Schelte hinreißen ließ: "Die erste Halbzeit war weit neben dem Fußball, den wir zeigen wollen.", resümierte der konstanierte 46-Jährige und legte sogar noch eine Schippe drauf: "Wir hatten ein, zwei gute Momente. Sonst war da gar nichts, kein Gegenpressing, nichts".

 

Gut möglich, dass der emotionale Erfolgscoach der Borussia auch noch unter dem Eindruck der Verletzung von Sven Bender stand, die sicher dieser im Testkick zugezogen hatte. Die gute Nachricht in Form einer Entwarnung erfolgte heute Morgen - Benders Oberschenkel-Verletzung ist nicht so schlimm, wie zunächst angenommen. Dennoch pausierte der Nationalspieler im Mannschaftstraining und zog individuelle Einheiten vor.

 

Sahins Nase gebrochen, Gündogan abgereist, Hummels hofft 

 

Vielleicht war das keine schlechte Idee, denn im Mannschaftstraining zog sich Benders Mittelfeldkollege Nuri Sahin zu allem Überfluss prompt einen Nasenbeinbruch zu. Obwohl die Fraktur vom Ärzteteam unmittelbar gerichtet wurde, fällt der türkische Nationalspieler mindestens bis morgen Nachmittag aus, ehe er mit einer typischen Gesichtsmaske wahrscheinlich wieder ins Mannschaftstraining einsteigen wird.

 

Deutlich schlimmer erwischte es Ilkay Gündogan. Der 23-Jährige musste wegen einer schweren Erkältung (Bronchitis) sogar aus dem Trainingslager abreisen und will sich in der Heimat behandeln lassen. Der achtmalige Nationalspieler fehlt der Borussia seit knapp fünf Monaten und so wurde seine Rückkehr vor dem Trainingsstart sehnsüchtig erwartet. Wie lange Gündogan nun ausfallen wird, ist ungewiss. Sein Einsatz zum Rückrundenauftakt gegen den FC Augsburg ist aber wohl nicht gefährdet.

 

Ungewiss ist auch die Zukunft des Deutsch-Türken. Der defensive Mittelfeldspieler wird seit geraumer mit Real Madrid in Verbindung gebracht und ließ bislang jegliche Chancen verstreichen, die branchenüblichen Gerüchte eindeutig zu dementieren. Stattdessen sagte der Mittelfeldstratege, dessen Vertrag am 30. Juni 2015 ausläuft, in einem Interview mit der "SportBild" nur, dass er "bald eine Entscheidung treffen" werde, "die gut überlegt sein wird. Noch ist wirklich alles offen." Die Borussia sei demnach aber Gündogans "erster Ansprechpartner."

 

Ein Lichtblick stellt dagegen Verteidiger Mats Hummels dar. Der Verteidiger, der an einem Bandausriss leidet, macht gute Fortschritte und könnte bereits in der nächsten Woche wieder ins Mannschaftstraining zurückkehren. Laut "Sport1" will der 25-Jährige spätestens im zweiten Rückrundenspiel gegen Eintracht Braunschweig am 31. Januar wieder auflaufen.

 

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