Medien: Wiese und Hoffenheim trennen sich

Der Ex-Nationaltorwart und die Kraichgauer lösen nach übereinstimmenden Medienberichten ihren Arbeitsvertrag auf, Verein und Spielerberater dementieren jedoch noch.

 

Von Sebastian Koch

 

Jetzt also doch - im monatelangen Vertragsstreit zwischen Tim Wiese und 1899 Hoffenheim bahnt sich ein Ende an. Wie "transfermarkt.de" berichtet, hat sich der Bundesligist mit seinem prominenten Dauertribünengast und ehemaligen Kapitän auf eine sofortige Vertragsauflösung und eine damit verbundene Millionenabfindung im "einstelligen Bereich" für Wiese geeinigt. Der Kontrakt des 32-Jährigen lief ursprünglich noch bis 2016. Sowohl der Verein, als auch Roger Wittmann, Berater von Tim Wiese, dementierten eine Einigung und Vertragsauflösung jedoch zunächst.

"Es gibt keinen neuen Stand. Wir sind in Gesprächen, was hinlänglich bekannt ist. Sobald es ein Ergebnis gibt, werden wir es melden", sagte Manager Alexander Rosen gegenüber "sport1".

 

Vom Nationaltorwart zum Dauerreservisten

 

Wiese, der zuletzt in der berüchtigten "Trainingsgruppe 2" trainiert hatte, wurde von Hoffenheim vor knapp eineinhalb Jahren aus Bremen verpflichtet und kam mit dem Anspruch ins Kraigau, "oben mitspielen zu wollen". Vom damaligen Trainer Markus Babbel wurde Wiese umgehend als Mannschaftskapitän bestimmt. In den ersten Monaten bei seinem neuen Klub zeigte der polarisierende Schlussmann, der im Hoffenheimer Tor Publikumsliebling Tom Starke ersetzte, ungewöhnlich schwache Leistungen und wurde nach mehreren Verletzungspausen von Babbel als Nummer eins demontiert.

 

In der Folgezeit schaffte Wiese, der zwischen 2008 und 2012 sechs A-Länderspiele bestritt, den Anschluss an die erste Mannschaft nicht mehr und wurde mit weiteren aussortierten Spielern in die "Trainingsgruppe 2" abgeschoben. Bis heute wird Wiese von Medien und Exerten als ein Schuldiger für die Hoffenheimer Krisensaison, die im Sommer letzten Jahres fast zum Abstieg geführt hatte, ausgemacht.

 

Ungewisse Zukunft

 

Vor der Saison äußerte Wiese noch den Wunsch, seinen Vertrag aussitzen zu wollen und seine Karriere, notfalls ohne ein weiteres Pflichtspiel bestreiten zu dürfen, in Hoffenheim ausklingen zu lassen. Dieses Szenario scheint nun jedoch vom Tisch zu sein und Hoffenheim hat seinen wohl größten Unruheherd beseitigt.

 

Wie es mit Tim Wiese weitergeht, ist unterdessen völlig offen. Zuletzt spekulierten Medien vermehrt über eine Rückkehr nach Bremen, wo Wieses Nachfolger, in Person von Sebastian Mielitz und Raphael Wolf, nie an die Leistungen des dortigen Publikumslieblings anknüpfen konnten. Rund um die Berichterstattung über die Vertragsauflösung wurde auch ein Karriereende des WM-Dritten von 2010 und zweimaligen Vizemeisters (2006 und 2008) in Betracht gezogen.

 

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