Die Euphorie scheint schon wieder verflogen

Das deutsche Team erlebte am zweiten Tag in Melbourne ein Desaster und so ging es nicht annähernd so erfolgreich weiter, wie es gestern begonnen hatte. Deutlich besser machten es die Mitfavoriten auf den Turniersieg, darunter Roger Federer und Andy Murray.

 

Von Jan Geißler und Sebastian Koch

 

Michael Berrer ist es zu verdanken, dass es aus Sicht der Deutschen kein rabenschwarzer, sondern lediglich ein schwarzer Tag war. Der 33 Jahre alte Qualifikant aus Stuttgart - derzeit die Nummer 144 der Weltrangliste - gewann am heutigen Dienstag als einziger Deutscher sein Auftaktspiel und hatte gegen den Franzosen Michael Llodra beim 6:4, 7:5 und 6:1 zudem auch noch erstaunlich wenig Mühe.

Er ist somit nach Florian Mayer, der bereits gestern in die zweite Runde eingezogen war, erst der zweite deutsche Spieler in der Herrenkonkurrenz, der die Auftakthürde überstehen konnte. In der zweiten Runde trifft er nun am Donnerstag auf den spanischen Linkshänder Feliciano Lopez.

 

Acht von neun Deutsche ausgeschieden


Mit den guten Nachrichten war es das dann aber auch schon. Direkt in der ersten Runde ausgeschieden, sind heute Peter Gojowczyk (6:7, 6:7, 3:6 gegen Victor Hanescu), Julian Reister (verletzungsbedingt gegen Thomaz Bellucci), sowie bei den Damen die erst 18-jährige Qualifikantin Carina Witthöft, die gegen Mandy Minella aus Luxemburg den Kürzeren zog.

 

Hinzu kam zu allem Überfluss auch noch die verletzungsbedingte Absage von Philipp Kohlschreiber. Nach dem gestrigen Verletzungsaus der deutschen Nummer eins, Tommy Haas, musste heute also auch die Nummer zwei das Turnier verletzungsbedingt aufgeben. Besonders bitter, steht doch das wichtige Davis-Cup-Spiel gegen Spanien Ende Januar bevor, bei dem nun sowohl Haas als auch Kohlschreiber fraglich sind. 


Benjamin Becker verlor 3:6, 7:6 (7:5), 2:6, 6:7 (2:7) gegen das erst 18-jährigen Toptalent Nick Kyrgios aus Australien und kassierte dabei 34 Asse. Gerade zu Ende gegangen ist das Spiel von Tobias Kamke, der in vier Sätzen (6:7, 7:5, 2:6, 4:6) gegen den US-Amerikaner Jack Sock den Kürzeren zog.

 

Daniel Brands ließ dagegen auf seinen Platz in Melbourne ein gewaltiges Feuerwerk abbrennen, zog gegen Gilles Simon in einem epsichen fünften Satz aber ebenfalls den Kürzeren. Letztlich unterlag der Deutsche dem an Position 18 gesetzten Franzosen mit 7:6, 4:6, 6:3, 3:6, 14:16 und schied als letzter Deutscher am Dienstag aus. Dabei ließ Brands insgesamt sieben Matchbälle ungenutzt.
  
Petkovic chancenlos

Andrea Petkovic und die Australian Open - diese Kombination scheint einfach nicht zu passen. Und dabei hatte in der Vorbereitung doch vieles darauf hingedeutet, dass es dieses Jahr endlich einmal besser läuft. Fehlanzeige! Gegen die Slowakin Magdalena Rybarikova hatte sie beim 2:6, 3:6 keine Chance. Für die Darmstädterin war es bereits die vierte Niederlage in der ersten oder zweiten Runde in Melbourne seit 2008.
  
Die Bilanz der deutschen Damen kann sich aber trotzdem sehen lassen - von acht gestarteten Spielerinnen stehen fünf in der zweiten Runde.

 

Bisher keine großen Überraschungen

Keine Blöße gaben sich am zweiten Turniertag die Turnierfavoriten. Altmeister Roger Federer, der bei seiner 57. Teilnahme an einem Grand-Slam-Turnier in Serie erstmals vom Schweden Stefan Edberg betreut wurde, gewann locker mit 6:4, 6:4, 6:2 gegen den Australier James Duckworth und feierte einen gelungenen Turnierstart. Noch weniger Probleme hatte der Weltranglistenvierte Andy Murray bei seinem 6:1, 6:1, 6:3-Sieg gegen den Japaner Go Soeda. Branchenprimus Rafael Nadal profitierte bei seinem Sieg von der verletzungsbedingten Aufgabe des Australier Bernard Tomic. Der Spanier hatte den ersten Satz mit 6:4 gewonnen.

 

Auch Jo-Wilfried Tsonga, Milos Raonic, sowie Agnieszka Radwanska, Sloane Stephens, Jelena Jankovic, Caroline Wozinacki und Viktoria Asarenka haben mehr oder weniger problemlos die zweite Runde erreicht und sich keine Blöße gegeben.

 

Dagegen ist der australische Publikumsliebling und Routinier Lleyton Hewitt nach großem Kampf ausgeschieden. Der ehemalige Weltranglisten-Erste unterlag in einem, für ihn so typischen, Erstrundenthriller dem Italiener Andreas Seppi mit 6:7, 3:6, 7:5, 7:5, 5:7 und versetzte dem australischen Anhang einen herben Dämpfer.

 

Einen Rückschlag erlebte auch das US-Team, das in John Isner sein heißestes Eisen in der Herrenkonkurrenz ebenfalls bereits in der ersten Runde verloren hat. Isner sagte seine Erstrundenpartie gegen den Slowaken Martin Klizan ab und stieg aus dem Turnier aus.

 

Info:
Die vollständigen Ergebnisse des zweiten Spieltags werden am Abend auf unserer Facebook-Seite zu finden sein.

 

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