"Weltfußballer des Jahres" - na und?

Wenn heute Abend der scheinbar beste Fußballer der Welt gekürt wird, blickt die Welt auf Cristiano Ronaldo, Lionel Messi und Franck Ribéry. Doch wie wichtig ist dieser Titel eigentlich?

 

 

Von Sebastian Koch

 

Cristiano Ronaldo, Lionel Messi oder Franck Ribéry - selten war eine Wahl zum Weltfußaller so offen wie in diesem Jahr. Da der argentinische Dauersieger der letzten Jahre zuletzt von Verletzungen und Formtiefen geplagt war, dürfte es wohl auf einen Zweikampf zwischen dem portugiesischen und dem französischen Megastar hinauslaufen.

 

Ronaldo oder Ribéry? Ribéry oder Ronaldo?

 

Mal ganz ehrlich: Wie wichtig ist dieser Titel wirklich? Kann man auf diesem bombastisch hohen Niveau und zwischen diesen zwei fantastischen Ballzauberern wirklich noch unterscheiden, ob der von Real Madrid oder der vom FC Bayern den Funken besser ist, als der andere? Nein, das kann man meiner Meinung nach nicht, denn beide haben jweils andere Stärken, die in der Form nicht miteinander zu vergleichen sind. Dr eine schießt Tore am Fließband und gibt Vorlagen, der andere hat sich in den letzten Jahre wahnsinnig entwickelt und arbeitet sogar in der Defensive mit. Beide hätten die Auszeichnung mehr als verdient,

 

Letztendlich wird der eigentliche Sport durch diese Auszeichnung doch verletzt. Fußball ist und bleibt ein Mannschaftssport und sowohl Ribéry als auch Ronaldo sind ohne ihre Mitspieler, von denen jeder einzelne ebenfalls aller oberste Weltklasse ist, machtlos.

 

Kurioserweise ist der Ballon d`Or - wie die Trophäe für den Weltfußballer genannt wird - zwar die prestigetächtigste Einzeltrophäe im Weltfußball, aber wohl die sinnloseste. Man kann einen Torwart an seinen Paraden messen und einen Trainer an den Erfolgen und Fortschritten, die er einer Mannschaft bringt. Aber kann man einen Feldspieler daran messen, wieviele Tore er schießt? Und wäre es nicht auch verdient, wenn mal wieder ein Verteidiger zum "besten Spieler der Welt" gewählt wird? Die werden bei der Wahl ja traditionell benachteiligt und vernachlässigt.

 

Nein, die Wahl zum Weltfußballer verzerrt den Sport und raubt ihm seinen eigentlichen Charakter. Und dennoch werden wir heute Abend wissen, wer der (gewählt) beste Fußballer der Welt ist.

 

Warum zeichnet man eigentlich nicht mal beide aus?

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