Schalke in Mönchengladbach unter Druck / Spitzenspiel und Kellerduell

Sebastian Koch blickt auf den 15. Bundesliga-Spieltag voraus und beschöftigt sich mit Schalke gegen Mönchengladbach, Frankfurt gegen Hoffenheim und Dortmund gegen Leverkusen.

(seko). Die richtig großen Überraschungen blieben unter der Woche im Pokal aus und so können wir diesen Vorbericht leider nicht mit der reißerischen Schlagzeile "Spiel eins nach der Pokalblamage" beginnen. Das ist schade, dürfte aber manch einem Vereinsvertreter wohl ganz recht sein. Tatsächlich gab es noch nicht einmal ein Spiel, das über 120 Minuten gegangen ist und deshalb hielt sich der physische Aufwand für die zehn Bundesligisten unter der Woche auch in Grenzen. Da passt es ganz gut, dass wir uns im Vorfeld auf den 15. Spieltag mit drei Spielen näher beschäftigen, bei denen gleich fünf Mannschaften dabei sind, die unter der Woche mehr oder weniger erfolgreich im Pokalwettbewerb unterwegs waren.

 

Borussia Mönchengladbach - FC Schalke 04 (Sa, 15.30 Uhr)

Es war für Schalke zwar in dem Sinne keine Blamage, dass sie von einem unterklassigen Verein im Pokal besiegt wurden, doch die Leistung bei der 1:3-Heimniederlage gegen 1899 Hoffenheim kam dennoch einem spielerischen Offenbarungseid gleich. Gravierende Fehler, fehlendes Tempo und wenig bis gar keine Spielideen - das war das blamable Schalke 04 am Dienstagabend.

Der Trost für die Schalker Anhängerschar: Schalke kann bei Borussia Mönchengladbach wieder völlig anders auftreten und ein Fußballfeuerwerk abliefern, wie jenes beim 3:0-Erfolg am letzten Wochenende gegen den VfB Stuttgart. Mal hui, mal pfui - das ist Schalke 04 im Jahr 2013.

Am Samstag muss die Elf vom angeschlagenen, nein: taumelnden, Trainer Jens Keller allerdings unbedingt einen Dreier einfahren, um die Champions-League-Plätze nicht frühzeitig aus den Augen zu verlieren. Ganz nebenbei benötigt Keller dringend ein Erfolgserlebnis, um seinen Arbeitsplatz zumindest bis Heiligabend retten zu können. Die Verantwortlichen auf Schalke verweigerten ihrem Trainer unter der Woche eine Jobgarantie und so dürfte es bei einer neuerlichen Schalker Niederlage ganz eng werden für den 43-Jährigen, der seit fast genau einem Jahr auf der Schalker Bank sitzt - und ebenso lange kritisiert und umstritten ist.

Verzichten muss Keller dabei erneut auf Stammtorwart Timo Hildebrand, sowie die Langzeitverletzten Marco Höger, Dennis Aogo und Klaas-Jan Huntelaar. Da bleiben nicht  mehr viel Alternativen übrig und so dürfte sich die Mannschaft der Knappen im Vergleich zum Pokalspiel wohl kaum ändern.

Ändern muss sich aber das Spiel der Schalker, ansonsten droht gegen eine in dieser Saison gefestigt wirkende Mönchengladbacher mannschaft eine neuerliche schmerzhafte Niederlage. Die Gladbacher und deren Trainer Lucien Favre schweben in dieser Saison auf einer Welle des Erfolges und der Konstanz. Einer starken Offensive (31 Tore) steht eine stabile Defensive (16 Gegentore) gegenüber und so geht die Borussia als haushoher Favorit in die wichtige Partie. Bei einem Sieg der "Fohlen" könnte Mönchengladbach den Vorsprung auf einen "Nicht-Champions-League-Platz" im Idealfall auf bis zu acht Punkte ausbauen und gleichzeitig zu Borussia Dortmund und/oder Bayer Leverkusen aufschließen, die sich im direkten Duell Punkte wegnehmen. 

Zuletzt holte die Mannschaft von Favre fünf Siege in Serie und so ist es kein Wunder, dass wohl auch gegen Schalke die Startformation im Vergleich zu den Vorwochen nicht geändert werden wird. Und so stellt sich bei der Borussia vor allem die Frage, welches Gesicht Schalke zeigen wird.

 

Tipps der SSUT-Redakteure:

Sebastian Koch (seko): 2:1

Markus Schulze (ms): 3:1

Jan Geißler (jg): 1:1

 

 

Eintracht Frankfurt - TSG 1899 Hoffenheim (Sa, 15.30 Uhr)

Ein Spitzenspiel der etwas anderen Art erwartet uns am Samstag in Frankfurt. Das hängt zum einen damit zusammen, dass Spiele mit Hoffenheimer Beteiligung in dieser Saison irgendwie alle in Bezug auf Spektakel und Tore Spitzenspiele sind. Zum anderen hat das Spiel in Frankfurt auch tabellarisch einiges an Brisanz zu bieten. Sowohl die Eintracht als auch die TSG sind in diesem Jahr bislang hinter ihren Erwartungen zurückgeblieben und beide Mannschaften sind eigentlich besser, als es die Tabellenplätze 14 (Hoffenheim) und 15 (Frankfurt) aussagen. Beide haben in dieser Saison schon Spiele aus der Hand gegeben, die eigentlich schon als Sieg oder Remis abgehakt schienen. Beispiele gefällig? Hoffenheim reichten letzte Woche beim 4:4-Spektakel gegen Werder zwei Zwei-Tore-Führungen nicht (2:0 und 4:2), um einen Dreier einzufahren. Die Frankfurter Eintracht drehte vor zwei Wochen einen 0:2-Rückstand gegen Schalke in ein 3:2 um, nur, um kurz vor Schluss doch noch den Ausgleich zu kassieren.

Eine Wiederholung der beiden Spielverläufe möchten sowohl Trainer Armin Veh auf Frankfurter Seite, als auch sein Hoffenheimer Pendant Markus Gisdol an diesem Wochenende vermeiden und dennoch schwebt über dem Spiel das Wort "Spektakel".

Die TSG stellt in dieser Spielzeit  die zweierfolgreichste Offensive der Liga (32 Tore) - nur Dortmund traf häufiger (35). Dumm nur, dass der zweiterfolgreichsten Offensive die mit Abstand schlechteste Defensive gegenübersteht (34). Im Pokal probierte Gisdol aus diesem Grund Jens Grahl als Torwart für den in dieser Saison oft unsicher wirkenden Koen Casteels aus. Hoffenheim siegte zwar bekanntlich, einen wirklichen Aufschluss über den Leistungsstand Grahls gab es aber nicht. Deshalb ist es offen, welchen Schlussmann Gisdol am Samstag aufbieten wird.

Eine Torwart-Diskussion gibt es in Frankfurt nicht und Armin Veh wird im Vergleich zur 0:2-Niederlage gegen Hannover 96 in der Vorwoche keine großen Veränderungen in der Startformation vornehmen.

Der Druck lastet vor dem Spiel eindeutig auf Frankfurter Seite - sollte die Eintracht verlieren, ist auch der Anschluss an das Mittelfeld der Tabelle vorerst verloren.

 

Tipps der SSUT-Redakteure:
Sebastian Koch (seko): 2:2

Markus Schulze (ms): 1:3

Jan Geißler (jg): 0:3

 

 

Borussia Dortmund - Bayer 04 Leverkusen (Sa, 18.30 Uhr)

Das wahre Spitzenspiel an diesem Wochenende findet in Dortmund statt. Der BVB kämpft mit Bayer im direkten Duell um den Status als der erste "Bayern-Verfolger". Gleichzeitig muss Dortmund auch in den Rückspiegel schauen, wo die Borussia aus Mönchengladbach "dicht auffahren" könnte.

Vorteil Borussia? Während Leverkusen unter der Woche mit der "ersten Mannschaft" gegen den SC Freiburg spielen musste, schonte Dortmund-Trainer Jürgen Klopp beim 1. FC Saarbrücken einige Stammkräfte. Unter anderem auch Marco Reus. Ob sich der Nationalspieler allerdings trotzdem rechtzeitig von der Wadenverletzung erholt hat, darf angezweifelt werden. Wahrscheinlicher ist, dass Klopp seinen Superstar für das Champions-League-Spiel unter der Woche gegen Olympique Marseille schonen wird und Reus durch Pierre-Emerick Aubameyang in der Startelf ersetzt werden wird. Mit einem Sieg gegen Bayer verdrängt die Borussia die Werkself vom zweiten Platz und könnte gleichzeitig die Münchner Bayern zum Herbstmeister machen.

Bayer Leverkusen könnte mit einem Erfolg den Abstand auf die Borussia bereits auf sechs Punkte ausbauen. Allerdings muss Coach Sami Hyypiä weiter auf Sidney Sam verzichten, der den Klub aller Voraussicht nach am Saisonende in Richtung Gelsenkirchen verlassen wird. Jens Hegeler oder Robbie Kruse werden den technisch versierten Nationalspieler ersetzen. Offen ist auch noch der Einsatz von Stefan Reinartz.

 

Tipps der SSUT-Redakteure:
Sebastian Koch (seko): 2:1

Markus Schulze (ms): 3:0

Jan Geißler (jg): 2:1

 

 

Am 15. Spieltag spielen außerdem:
1. FC Nürnberg - FSV Mainz 05 (Fr, 20.30 Uhr)

VfB Stuttgart - Hannover 96 (Sa, 15.30 Uhr)

Werder Bremen - FC Bayern München

Hamburger SV - FC Augsburg

SC Freiburg - VfL  Wolfsburg (So, 15.30 Uhr)

Eintracht Braunschweig - Hertha BSC (So, 17.30 Uhr)

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