Leverkusen vor dem "Spiel der Spiele", Bayern in der Frühschicht

Sebastian Koch blickt auf die deutschen Champions-League-Spiele am Mittwoch voraus.

(seko). Bayer Leverkusen schwebt in diesen Wochen sportlich auf "Wolke sieben". In der Bundesliga mittlerweile Bayern-Jäger Nummer eins, im DFB-Pokal mit dem SC Freiburg eine lösbare Aufgabe vor der Brust und in der Champions League so gut wie im Achtelfinale. Und vielleicht ist genau das der Grund, weshalb über dem heutigen Gruppenspiel in der heimischen BayArena gegen Manchester United ein ganz gewisses Flair liegt.

Gewiss, Bayer ist kein Neuling im internationalen Fußball und der englische Rekordmeister ist nicht das erste europäische Schwergewicht, das sich im beschaulichen Leverkusen blicken lässt. Nein, man hat den Eindruck, als ob Leverkusen die Geister von 2002 herbeirufen möchte. Damals sorgte die Elf, gespickt mit Stars wie Michael Ballack, Zé Roberto, Lucio oder auch Oliver Neuville, in der Königsklasse für Furore und wurde erst im Finale von Real Madrid gestoppt. In jener Saison wurde Manchester United in zwei packenden Halbfinalspielen (2:2, 1:1) "bezwungen" und einige selbsternannten Experten gewinnen den Eindruck, dass die Werkself von heute, die vielleicht beste seit jener "Vize-Saison" 2002 (Leverkusen wurde auch noch Vize-Meister und Vize-Pokalsieger) ist.

Trainer Sami Hyypiä widerspricht der Formulierung eines Journalisten jedenfalls nicht, der das heutige Spiel als "Spiel der Spiele" tituliert. Nun, eine solche Formulierung ist im Profigeschäft fast alltäglich. Und dennoch: Dass der sonst so stoische und besonnene Finne diese Titulierung nicht beiseite schiebt, verwundert und sticht heraus.

Die Werkself kann mit einem Heimsieg das Achtelfinale perfekt machen. Selbst bei einer Niederlage stehen die Chancen auf die K.O.-Runde noch gut, da sich die Engländer und Schachtjor Donezk aus der Ukraine am letzten Spieltag im direkten Duell die Punkte wegnehmen werden. Bayer muss dann zum abgeschlagenen und chancenlosen Tabellen-Letzten Real Sociedad reisen, wo ein Sieg fest eingeplant ist.

Der Druck liegt vielmehr auf Seiten Uniteds. Der angeschlagene Trainer David Moyes sieht sich auf der Insel harter Kritik ausgesetzt und Manchester muss im Falle einer heutigen Niederlage am letzten Spieltag gegen Schatjor gewinnen, um nicht in die Europa League absteigen zu müssen.

Die Werkself muss allerdings den zuletzt überragenden Sidney Sam ersetzen, der am letzten Wochenende gegen die Hertha (1:0) bereits früh verletzt ausgewechselt werden musste. Jens Hegeler vertritt wohl den Nationalspieler.

An Selbstbewusstsein mangelt es den Gastgebern freilich nicht und so sieht sich Torjäger Stefan Kießling sogar in der Favoritenrolle. "Wir sind zu Hause eine Macht, da muss uns erst einmal jemand schlagen. Das gilt auch für Manchester United.", zeigte sich der (Ex-)Nationalspieler auf der Pressekonferenz optimistisch.

Das Spiel wird ab 20.45 Uhr live im ZDF übertragen.

 

Mit viel Optimismus geht auch der bereits für das Achtelfinale qualifizierte FC Bayern ins letzte Champions-League-Auswärtsspiel im Kalenderjahr bei ZSKA Moskau. Mit einem Sieg, dem dann zehnten in Folge, würden die Bayern einen neuen Europapokal-Rekord aufstellen. Dass der das Ziel bei den erfolgsverwöhnten Münchnern ist, unterstrich Kapitän Philipp Lahm nochmals auf der Pressekonferenz: "Selbstverständlich ist das reizvoll. Wir wollen den Rekord alleine haben und die Serie so lang wir möglich halten." Momentan teilen sich die Bayern den Neun-Siege-Rekord noch mit dem FC Barcelona. Der fünfte Gruppensieg im fünften Spiel wäre ganz nebenbei auch noch ein neuer Vereinsrekord. Wer live miterleben will, ob die Bayern die neue Bestmarken setzen, muss seine Tagesplanung über den Haufen werfen. Auf Grund der Zeitverschiebung beginnt die Partie in Moskau nämlich schon um 18 Uhr.

Verzichten muss Trainer Pep Guardiola in der russischen Hauptsadt unter anderem erneut auf Franck Ribéry und auf Mario Mandzukic. Der Ausfall des Franzosen war klar, der Kroate Mandzukic flog wegen Wadenbeschwerden nicht mit. Da zudem noch fünf andere Spieler ausfallen (Schweinsteiger, Badstuber, Contento, Shaqiri und Pizarro), ist es gut möglich, dass Akteure aus der zweiten Reihe eine Bewährungschance bekommen, Pierre Höjbjerg, Julian Green und Mitchell Weiser stehen im Aufgebot der Münchner.

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