Eine sinnlose sinnige Veranstaltung

Sebastian Koch beschäftigt sich mit Sinn und Unsinn des Confed-Cups

Heute ist es also so weit: Der Confed-Cup beginnt, die Generalprobe zur WM soll ein Jahr vor eben jener WM die Fußballfans in Stimmung bringen. Doch seien wir mal ehrlich! Von WM-Stimmung sind wir noch weit entfernt und der Confed-Cup wird daran in den nächsten zwei Wochen auch nicht viel ändern.  Prinzipiell ist die Idee der FIFA, alle Kontinentalmeister in einem Vorbereitungsturnier gegeneinander spielen zu lassen, nicht schlecht. Allerdings ist der sportliche Reiz bei Spielen wie Spanien gegen Tahiti oder Brasilien gegen Japan höchst fragwürdig.  Ohne den jeweiligen Nationalmannschaften zu nahe treten zu wollen, so sind besonders die Spiele mit Beteiligung Tahitis wohl doch mehr Trainings- als Freundschaftsspiele. Von Pflichtspielniveau ganz zu schweigen.

Rein sportlich bringt der Confed-Cup das ans Licht, was FIFA-intern wohl schon seit Jahren als große Sorge gilt: Der Unterschied zwischen den einzelnen Konföderationen ist nach wie vor immens.      

Um aus dem Cup eine sportlich reizvolle Veranstaltung zu formen, muss die FIFA diesen reformieren. Die Abwesenheit großer Fußballnationen, wie etwa Deutschland, Argentinien oder England, ist dafür verantwortlich, dass der Pokal international nur einen untergeordneten Status besitzt.      

Und dennoch tut man dem Pokal unrecht, wenn man ihn gänzlich niederschreibt.      

Für die angesprochene Nationalmannschaft Tahitis stellt das Turnier eine hervorragende Plattform dar, um sich mit Nationen zu messen, die ansonsten die Nationalmannschaften Ozeaniens auf Grund der mangelnden sportlichen Qualität eher zu meiden versuchen.      

Außerdem gilt dieser Pokal ja auch als eine Generalprobe für den WM-Ausrichter. Brasilien muss in diesen Tagen zeigen, dass sie ein Jahr vor WM-Beginn die größten Schritte bereits geleistet haben. Stadien müssen fertig sein, die Infrastruktur muss stimmen und letztlich gilt für die Selecao auch, mit sportlichen Leistungen die Fans in Euphorie zu versetzen.      

Für den Ausrichter ein Turnier, das unabdingbar ist. Für die teilnehmenden Nationen eher eine unnötige Saisonverlängerung ohne großen sportlichen Wert.     

Der Confed-Cup ist und bleibt ein sinnloses sinniges Turnier, an dem sich auch in Zukunft die Geister scheiden werden.

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